Beim Auto-Abo sollen viele klassische Aufgaben rund um den Fahrzeugbesitz einfacher werden. Statt sich langfristig an ein Auto zu binden, zahlen Nutzer eine monatliche Rate und erhalten dafür meist ein Paket aus Fahrzeugnutzung und verschiedenen Nebenkosten. Doch spätestens wenn die nächste Hauptuntersuchung näher rückt, stellt sich die Frage: Wer muss sich eigentlich um die HU kümmern?
Auto-Abo ist nicht gleich Auto-Abo
Die genaue Aufgabenverteilung hängt vom jeweiligen Anbieter und vom Vertrag ab. Bei vielen Auto-Abos bleiben Fahrzeughalter, Eigentümer und organisatorisch Verantwortlicher auf Seiten des Anbieters beziehungsweise eines angeschlossenen Leasing- oder Flottenunternehmens.
Wartungen, Verschleißarbeiten und vorgeschriebene Prüfungen werden deshalb häufig vom Anbieter organisiert oder sind zumindest über dessen Serviceprozesse abzuwickeln.
Trotzdem sollten Nutzer nicht automatisch davon ausgehen, dass sie selbst nichts tun müssen. Manche Anbieter erwarten beispielsweise, dass der Kunde rechtzeitig einen Termin bei einer Partnerwerkstatt vereinbart.
Wer muss den HU-Termin im Blick behalten?
Die rechtliche Verantwortung und die vertragliche Organisation müssen voneinander unterschieden werden. Für den Abonnenten ist deshalb zunächst der Vertrag entscheidend.
Dort sollte geregelt sein, wer sich um Hauptuntersuchung, Wartung und notwendige Reparaturen kümmert und welche Werkstätten genutzt werden dürfen.
Wer ein Fahrzeug länger im Abo fährt und einen entsprechenden Hinweis des Anbieters erhält, sollte die Terminvereinbarung nicht aufschieben. Wird beispielsweise eine Hauptuntersuchung Berlin benötigt, sollte zunächst geprüft werden, ob der Anbieter freie Werkstattwahl erlaubt oder einen bestimmten Betrieb beziehungsweise eine Partnerwerkstatt vorgibt.
HU-Kosten im monatlichen Preis
Viele Auto-Abos werben mit einer weitgehend kalkulierbaren Monatsrate. Typischerweise sind verschiedene laufende Fahrzeugkosten bereits enthalten. Welche Leistungen tatsächlich abgedeckt werden, unterscheidet sich jedoch.
Interessenten sollten daher bereits vor Vertragsabschluss prüfen, ob folgende Positionen enthalten sind:
- Hauptuntersuchung und Abgasprüfung
- Inspektionen nach Herstellervorgabe
- Verschleißreparaturen
- Reifen beziehungsweise saisonaler Reifenwechsel
- Kfz-Steuer
- Versicherung
- Zulassung und Überführung
Ein günstiger Monatspreis ist nur dann wirklich vergleichbar, wenn klar ist, welche Zusatzkosten während der Laufzeit entstehen können.
Was passiert, wenn bei der HU Mängel entdeckt werden?
Werden bei einer Hauptuntersuchung Mängel festgestellt, ist beim Auto-Abo ebenfalls der Vertrag entscheidend. Normale technische Reparaturen fallen häufig in den Verantwortungsbereich des Anbieters. Anders kann es bei Schäden aussehen, die durch Fehlbedienung, einen Unfall oder unsachgemäße Nutzung entstanden sind.
Abonnenten sollten deshalb nicht eigenmächtig größere Reparaturen beauftragen, ohne den Anbieter zu informieren. Andernfalls kann es Probleme bei der Kostenübernahme geben.
Fahrzeugzustand bleibt auch Sache des Fahrers
Dass Wartung und HU organisatorisch über den Anbieter laufen, entbindet den Fahrer nicht von der Verantwortung im Alltag. Wer einen defekten Scheinwerfer, eine Warnmeldung oder einen offensichtlich beschädigten Reifen bemerkt, sollte weiterfahren nicht einfach als selbstverständlich ansehen.
Probleme sollten dem Abo-Anbieter oder dessen Servicepartner zeitnah gemeldet werden.
Vor Abschluss die Servicebedingungen vergleichen
Gerade bei längeren Abo-Laufzeiten lohnt es sich, neben Kilometerpaket und Monatsrate auch auf die Servicebedingungen zu achten. Ein gutes Angebot erklärt verständlich, wie Wartung, Reifen, Reparaturen und Hauptuntersuchung organisiert werden.
Damit zeigt sich ein wichtiger Vorteil eines gut strukturierten Auto-Abos: Der Nutzer muss sich zwar weiterhin um den Zustand des Fahrzeugs kümmern, viele organisatorische Aufgaben lassen sich jedoch an den Anbieter beziehungsweise dessen Servicenetz abgeben.

